Bilanzpressekonferenz 2021

Vorstand blickt mit Zuversicht auf die kommenden Jahre

22.03.2021

Kunden durch die Corona-Krise zu begleiten hat oberste Priorität.

Die Volksbank Sauerland kann den Herausforderungen des Bankenmarktes weiterhin aus einer Position der Stärke heraus begegnen. Das Geschäftsjahr 2020 schließt die genossenschaftliche Regionalbank im Wirtschaftsraum Sauerland erneut mit einem soliden Wachstum und einem Ergebnis leicht unterhalb des Niveaus des Vorjahres ab. Die Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft als „Bank in der Region – für die Region“ konnte wieder einmal unter Beweis gestellt werden. „Wir sind mit unserer Geschäftsentwicklung und dem Ergebnis zufrieden“ erklärten die beiden Vorstandsmitglieder Michael Reitz und Dr. Florian Müller bei dem Bilanzpressegespräch der Volksbank Sauerland eG und ergänzen, dass „es uns angesichts der besonderen Herausforderungen der Krise sehr wichtig war und ist, für unsere Kunden Lösungen und Hilfen zu finden und diese unbürokratisch umzusetzen“.

„Die Liquiditätsversorgung der Unternehmen zu sichern stand im Zentrum unserer Anstrengungen; besonders im ersten Halbjahr“.     

Parallel zur intensiven Zukunftsarbeit hat die Volksbank Sauerland eG im Geschäftsjahr 2020 ihre starke Marktposition als genossenschaftliche Regionalbank im Sauerland weiter ausgebaut und bewiesen, dass sie das Vertrauen ihrer Mitglieder und Kunden genießt. Sowohl bei den Kundenkrediten als auch bei den Kundeneinlagen konnte ein nachhaltiges Wachstum über alle Kundengruppen hinweg verzeichnet werden.

Im Jahrespressegespräch präsentierte der Vorstand für das vergangene Jahr die Bilanz. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich und zwar um 13,4% (+219,6 Mio. €) auf über 1,86 Mrd. € an. “Wir sind in der komfortablen Lage, dass wir aus eigener Kraft gestalten und entscheiden können. Im Interesse unserer Region, unserer Mitglieder und Kunden sowie unserer Mitarbeiter entwickeln wir die Volksbank weiter. Das sind beste Aussichten für die Zukunft“, so die Vorstände Dr. Florian Müller und Michael Reitz.  Der genossenschaftliche Förderauftrag, der erkennbare Nutzen für die Mitglieder und eine gesunde betriebswirtschaftliche Basis werden von beiden Vorständen als maßgebliche Erfolgsfaktoren angesehen. „Mit diesem Anspruch werden wir eine wachstums- und ergebnisstarke Mitgliederbank im heimischen Wirtschaftsraum bleiben. Das ist und bleibt auch in Zukunft unsere Stärke.“

Bilanzielle Kundenkredite um fast 70 Mio. € auf 1,2 Mrd. € gestiegen

Im Kreditgeschäft verbuchte die Volksbank ein Plus von beachtlichen 6,1%. Damit stiegen die Kredite (ohne vermittelte Darlehen) über alle Kundengruppen hinweg auf fast 1,2 Mrd. €. „Damit haben wir die Schallgrenze von einer Milliarde € aus dem letzten Jahr noch einmal deutlich übertroffen und freuen uns, dass die Bank auch im außergewöhnlichen Jahr 2020 ihre Rolle als Finanzierer der heimischen Wirtschaft gut erfüllt hat“. Diese Tatsache wird durch das dynamische Wachstum bei den Unternehmenskrediten gestützt. „Als Regionalbank tragen wir eine besondere Verantwortung für die Kreditversorgung der hiesigen Unternehmen und privaten Kunden. Regionale Nähe und Ortskenntnis, echtes Interesse für das Geschäftsmodell eines Unternehmens und ein hohes Maß an Verlässlichkeit machen uns schon seit Jahren zu einem bevorzugten Finanzierungspartner“, so Vertriebsvorstand Michael Reitz.

Im bilanzwirksamen Geschäft konnten die Zuwächse ebenfalls gesteigert werden. Nach Abzug der Tilgungen und Endfälligkeiten bestehender Kredite ergab sich ein Kreditwachstum von netto 69,1 Mio. € auf ca. 1,2 Mrd. €. Die besondere Stärke der Volksbank als Mittelstandsbank wird daran deutlich, dass ein Großteil des Kreditvolumens auf Investitionskredite an die heimischen Unternehmen entfällt.

Neben dem bilanzwirksamen Geschäft wurden wie in den Vorjahren auch eine Vielzahl von Finanzierungen an die Partner des genossenschaftlichen Finanzverbundes vermittelt. Für private Immobilienfinanzierungen (Neubauten, Kauf von Immobilien, Umbauten) wurden 90 Mio. € an neuen Krediten bereitgestellt, davon entfielen 49 Mio. € auf die genossenschaftlichen Verbundpartner wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Münchner Hypothekenbank. „Unsere Baufinanzierungsexperten haben in diesem Kerngeschäftsfeld ihre Stärke wiederholt unter Beweis gestellt“ sagte Michael Reitz. Damit ist das Thema „Rund um die Immobilie“ aktueller denn je.

Das Gesamtkreditvolumen (bilanzielle und außerbilanzielle Kredite) betrug zum Jahresende 1,54 Mrd. € (+ 74,2 Mio. €). „Dies war im Jahr 2020 eine Herausforderung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ so Dr. Florian Müller und Michael Reitz unisono. „Häufig wurde in den Abendstunden und auch an Wochenenden gearbeitet, um die Anfragen der Kunden fristgerecht zu bearbeiten.“

Kundeneinlagen weiter auf hohem Niveau

Die Entwicklung im Einlagengeschäft setzte sich trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase im Trend der Vorjahre fort. Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen um 124,5 Mio. € (+ 10,9%) auf knapp 1,27 Mrd. € zu. „Hier werden unsere Kunden auch in den kommenden Jahren auf keine Zinserträge hoffen können. Das Zinsniveau wird unverändert niedrig bleiben. Um mehr aus seinem Ersparten zu machen muss man an mehr als das klassische Sparbuch denken“, so Jörg Werdite, Pressesprecher der Volksbank.

Das betreute Kundengesamteinlagenvolumen – bilanzielle und außerbilanzielle Einlagen (Depots, Guthaben bei Versicherungen und Bausparguthaben) – wurde mit 2,03 Mrd. € erwartungsgemäß erneut ausgebaut (+ 9,3% bzw. 172,1 Mio. € ggü. dem Vorjahr). „Ähnlich wie im Vorjahr haben wir unsere Mitglieder und Kunden intensiv beim Vermögensaufbau und bei der Vermögensanlage begleitet“ so Vertriebsvorstand Michael Reitz. „Dabei stellen Wertpapiere seit Jahren eine wichtige Alternative zu Bankeinlagen im Anlagemix dar.“

Voraussetzung dafür sei allerdings „eine individuelle, persönliche Beratung, die bei der Volksbank jedem Kunden – egal ob in der Filiale, Zuhause oder digital - offensteht. Ob Aktien, Fonds, nachhaltige Anlagen bis hin zur Vermögensverwaltung – für alle Bedürfnisse und Anlage-mentalitäten gibt es eine passgenaue Lösung und wir haben dafür die richtigen, qualifizierten Berater“, so Dr. Florian Müller.

Stabile Entwicklung der GuV

Das Geschäftsjahr 2020 hat die Volksbank Sauerland mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 11,1 Millionen € abgeschlossen. Der Zinsüberschuss lag mit 23,7 Millionen € knapp unter dem Vorjahresniveau, ein zufriedenstellendes Ergebnis – und das trotz der weiterhin andauernden Niedrigzinsphase. Der Provisionsüberschuss schloss mit 10,6 Millionen € quasi identisch wie im Vorjahr ab. Auch der Verwaltungsaufwand (Personal- und Sachaufwand) lag mit 26,1 Millionen € auf Vorjahresniveau.

Die Tochterunternehmen der Volksbank Sauerland im Immobilien- und Versicherungsgeschäft waren auch im vergangenen Geschäftsjahr wieder eine wichtige Säule im Kompetenz-Netzwerk der Bank. „Unser Anspruch bleibt es, den Mitgliedern und Kunden ein maßgeschneidertes Dienstleistungsangebot aus einer Hand anzubieten. Deshalb setzen wir seit vielen Jahren auf die Leistungsstärke aus eigener Kraft“ so Reitz und Dr. Müller. Mit einem breiten Netzwerk wolle man auch dazu beitragen, die Infrastruktur in der Region zu gestalten. Meilensteine im letzten Jahr waren der Bau eines Kindergartens in Meschede sowie die Bereitstellung eines neuen Wohnbaulandes in Neheim-Moosfelde mit 26 Grundstücken.

Im internationalen Geschäft verbuchte die Volksbank Sauerland 2020 ein sehr gutes Jahr. Dafür sorgten 8.100 Transaktionen, Auslandszahlungen und Dokumenten-Geschäfte, die der sauerländische Mittelstand über die Auslandsexperten des Instituts abwickelte. Den Corona bedingten Einbruch im Frühjahr konnte die heimische Wirtschaft im 2. Halbjahr im Auslandsgeschäft wieder aufholen - zumindest bis zum 2. Lockdown Ende des Jahres. Die Volksbank Sauerland begleitet insbesondere ihre Firmen- und Gewerbekunden bei ihren Geschäftsaktivitäten auf allen Märkten der Welt – ein Leistungsangebot, welches nicht jede Volksbank vor Ort bieten kann.

Knapp 200.000 € an Vereine und gemeinnützige Einrichtungen

Die Volksbank Sauerland unterstützt über das tägliche Bankgeschäft hinaus mit finanzieller und ideeller Förderung die Region. Rund 500 Vereine, Institutionen und Initiativen unterstützte sie mit knapp 200.000 €. „Wir engagieren uns gerne und nachhaltig für unsere Region – das gehört zu unserem Selbstverständnis“ so beide Vorstandsmitglieder. Ausdrücklich klarstellen wollen die Herren Reitz und Dr. Müller, dass die Vereinsförderung selbstverständlich auch in den Orten weiterhin gültig bleibt und gelebt werden wird, in denen Filialen in der letzten Zeit geschlossen wurden. „Highlight“ der lokalen Unterstützung im Jahr 2020 war die Auflegung des Corona-Hilfsfonds, bei dem 35.000, - EUR an knapp 20 Vereine zusätzlich ausgeschüttet wurden.

Im Jahr 2020 waren bedingt durch die Pandemie leider nur wenige Crowdfunding-Projekte (u.a. Kindergärten, Schulen, soziale und karitative Einrichtungen, Musikvereine, Schützenbruderschaften) „am Start“, diese wurden aber durchweg sehr erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt liegt das Co-Funding der Volksbank seit Einführung bereits bei über 118.500, - €.    

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Per 31. Dezember 2020 beschäftigte die Volksbank Sauerland 295 Mitarbeiter (darunter 18 Auszubildende und 105 Teilzeitbeschäftigte). Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Mitarbeiter nahezu konstant geblieben. „Bei uns stehen der Teamgedanke und das kreative Arbeiten im Mittelpunkt. Als innovative Regionalbank bieten wir unseren Mitarbeitern für die Zukunft neue Perspektiven“ so Dr. Florian Müller. Es wurden knapp 350 Schulungstage von den Mitarbeitern wahrgenommen.

Auch in der Zukunft wird die lokale Verankerung der Volksbank Sauerland in ihrem Geschäftsgebiet ein wichtiger Erfolgsfaktor sein. „Wir stellen uns aber auch auf das sich ständig verändernde Kundenverhalten ein und prüfen regelmäßig, mit welchem Leistungsangebot wir die Bedürfnisse am besten erfüllen“. Schon heute, aber auch zukünftig werde der digitale Vertriebsweg eine immer größere Bedeutung erhalten. „Hier wollen und werden wir die regionale Identität auch in der digitalen Welt ausbauen“ so die Vorstände.  

Volksbank Sauerland führte im Jahr 2020 das „Digitale Netzwerk für Mitglieder“ ein und hält erstmals eine digitale Vertreterversammlung ab

„Wir haben trotz der Herausforderungen der Pandemie weiterhin Innovationen umgesetzt,“ so Dr. Florian Müller. „Es wurde mit den neuen Kontomodellen ein Mitgliedermehrwertprogramm eingeführt, dass unseren Mitgliedern und Kunden wirklich viele Vorteile bietet“.

Im vergangenen Jahr wurde auch das „Digitale Netzwerk für Mitglieder“ eingeführt. Als Genossenschaftsbank haben wir ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber unseren Mitbewerbern, da jeder Kunde auch Mitglied und somit auch Teilhaber und Eigentümer der Volksbank werden kann. Im Mitgliedernetzwerk werden die Möglichkeiten geboten, Informationen wie z.B. Immobilienangebote vor allen anderen zu bekommen oder sich an ausgewählten Entscheidungen für die Region zu beteiligen (z.B. wohin soll die jährliche Großspende der Volksbank in diesem Jahr gehen?).

Corona-bedingt wurde die Vertreterversammlung im Jahr 2020 als digitale Veranstaltung durchgeführt. Über 100 Vertreter nahmen an der Versammlung teil und gaben online ihre Stimmen ab. „Unser stabiles Ergebnis ermöglicht es uns auch für das Geschäftsjahr 2020 wieder eine attraktive Dividende an unsere über 35.000 Mitglieder auszuschütten“, so Volksbank- Vorstand Michael Reitz.

VR-SISy wird eingeführt und verbucht enormen Erfolg

Im vergangenen Jahr wurden im Hause der Volksbank Sauerland die Service Interaktiv Systeme (oder liebevoll VR-SISy’s) eingeführt. In den Kompetenzzentren in Hüsten, Neheim, Arnsberg, Sundern und Meschede haben die Kunden die Möglichkeit, mit einem Mitarbeiter der Volksbank per Bildschirm in einer separat aufgestellten Box zu sprechen. Alle Dienstleistungen (außer Einzahlungen) können so ohne persönlichen Kontakt vollzogen werden. Fast 3500 Kundenbesuche in den SISy’s konnte die Volksbank im Jahr 2020 verbuchen. Weitere Kompetenzzentren wie z.B. in Bestwig sollen im Laufe dieses Jahres ebenfalls mit der neuen Dienstleistung ausgestattet werden. Zurzeit finden Gespräche mit Betrieben und Institutionen statt, die das Serviceangebot für ihre Kunden ebenfalls anbieten und nutzen könnten.

Neben den klassischen Zahlen, die zu einer jährlichen Bilanzpressekonferenz gehören, sind bedingt durch die Corona-Pandemie auch folgende Werte erwähnenswert:

  2020 2019 Veränderung
Anrufe im KSC 170.000 167.000 + 3,7%
Kontaktloses Zahlen (Transaktionen) 1,7 Mio.
0,6 Mio. + 169 %
Nutzung Banking App 1,8 Mio. 1,15 Mio. + 56 %
Bargeldabhebungen am GAA 162 Mio. EUR 190 Mio. EUR - 15%

Im Jahr 2020 wurden an die Kunden der Volksbank Sauerland eG 11,3 Mio. € an Corona-Soforthilfen ausgezahlt und die Summe der KfW-Kredite im Zusammenhang mit der Pandemie belief sich auf 33,2 Mio. €.

Bürgerstiftungen wurden/werden unterstützt

Im vergangenen Jahr hat die Volksbank Sauerland für die Bürgerstiftung Arnsberg eine Zustiftung von 100.000, - EUR vorgenommen und wird sich in diesem Jahr an weiteren Bürgerstiftungen in der Region beteiligen. „Wir wollen damit – gerade auch angesichts der Krise - dazu beitragen, das Leben vor Ort ein Stückchen besser oder einfacher zu machen. Die Bürgerstiftungen leisten hierfür einen wichtigen Beitrag.“    

Fazit des Jahres 2020: Corona-Stresstest wurde bestanden.